Der FFC Zuchwil 05 gewinnt beim starken Aufsteiger Staad
dank eines Treffers von Grit Lindemann in der 45. Minute 1:0.
Damit bleiben die Zuchwilerinnen in den letzten drei NLA-Spielen
ungeschlagen und belegen nun überraschend Platz 4, punktgleich
mit dem Tabellendritten Kriens.
Die Zuchwilerinnen traten in der Ostschweiz erneut start ersatzgeschwächt
an. Auf der Bank hatte Zuchwils Trainer Peter Baumann mit Gianforte
und Hofstetter nur gerade noch zwei Auswechsel-Spielerinnen aus
dem U18-Team. Wenigstens stiess Probst aus den Ferien zum Team
zurück. Am Samstag (18 Uhr, Sportzentrum Zuchwil) im Spitzenkampf
gegen den souveränen Leader FC Zürich sollten auch Gatto
und Crausaz (beide noch in den Ferien) wieder mittun können.
Zudem befindet sich die zuvor verletzte defensive Mittelfeldspielerin
Trüssel wieder im Aufbautraining. Zahnd wird dafür mehrere
Wochen ausfallen. «Sie lässt diesen Freitag im Spital
in Aarau eine RMI-Untersuchung machen, wobei wohl das Aussenband
gerissen ist», befürchtet Zuchwils Trainer Peter Baumann.
Gut möglich, dass dafür bald die 20-jährige türkische
Nationalspielerin Nadija Inan im zentralen Mittelfeld eingreifen
kann. Baumann rechnet aber noch nicht damit, dass die Ex-Bundesligaspielerin
(Duisburg und Wattenscheid) bereits gegen Zürich spielberechtigt
ist, «obwohl das natürlich toll wäre», so
der 52-Jährige.
Lindemanns vierter Streich
Die Zuchwilerinnen dominierten vor 220 Zuschauern die Gastgeberinnen
in der ersten Halbzeit klar. Der verdiente Lohn kam jedoch erst
kurz vor der Pause. Zürcher hämmerte von links einen
Ball aufs Tor, Staads Goalie Hutter konnte das Leder nur abklatschen
lassen. Die glänzend reagierende Lindemann versenkte den
Abstauber zum Zuchwiler Führungstreffer. Die 21-jährige
Deutsche hatte bereits am letzten Sonntag das 1:0 gegen Rapperswil-Jona
erzielt und ist nun mit vier Treffern Zuchwils Torschützenleaderin.
«Ich komme immer mehr auf Touren und freue mich auch riesig,
dass ich in den letzten Spielen von beginn weg mittun durfte.»
Staads Sturmlauf
Nach dem Seitenwechsel bliessen die Einheimischen zum Sturmlauf.
«In dem Masse, wie mich am letzten Sonntag die Rapperswilerinnen
enttäuschten, überraschten mich diesmal die Staaderinnen
positiv», gab Baumann zu Protokoll. «Keine Ahnung,
wieso die Ostschweizerinnen erst zwei Punkte gesammelt haben und
das Schlusslicht bilden.» In der Tat griffen die Einheimischen
vor allem mit der Ex-Bayern-Spielerin Spieler (sie heisst tatsächlich
so!) und der pfeilschnellen Stilz keck, aber manchmal etwas zu
ungestüm an. Bei ihren Abschlussversuchen fehlte die Präzision
oder dann zeigte Zuchwils Torfrau Kohler ihr grosses Potenzial
auf. «Sicherlich hatten wir ein paar Male auch Glück,
dass wir den Ausgleich nicht kassieren mussten», gesteht
Baumann ein. Kurz vor Schluss wäre Zürcher bei einem
Konter, von Gianforte herrlich bedient, fast noch das 2:0 gelungen,
der Ball verfehlte das Ziel jedoch knapp.
Platz 4 – ein Traum
Hätte jemand Peter Baumann vor der Saison zwölf Punkte
nach sieben Spielen offeriert, wäre seine Unterschrift schnell
drunter gewesen. «Wir haben nun Platz 4 inne, obwohl wir
uns nach wie vor in der Aufbauphase befinden, ein sehr junges
Team und nur ein sehr schmales Kader haben.» Dass seine
Schützlinge die drei Niederlagen nach dem Startsieg gegen
den FC Basel ziemlich locker überlebt habe und nun zuletzt
drei Erfolge feiern durfte, zeige deutlich auf, wie intakt sein
Team sei. «Das gibt mächtig Auftrieb und ich habe nun
die Gewissheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind», so
Baumann, der auch am Samstag zu Hause gegen den Leader punkten
will. «Wir streben einen Punkt an, denn der FC Zürich
Frauen hat noch das Spiel in der UEFA Women’s Champions
League in den Beinen.» Die Zürcherinnen verloren dabei
gestern Mittwoch beim schwedischen Vizemeister Linköping
0:3. Bereits Ende September hatten die Zürcherinnen in Winterthur
gegen den gleichen Gegner 0:2 verloren
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